23.08.2005 Stiftung unterstützt Nationalparkprojekt

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg will das Nationalparkprojekt auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ideell und materiell unterstützen. Wie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Hubertus Meckelmann auf der Beiratssitzung am Donnerstag in Groß Liebitz (LDS) mitteilte, hat sich der Stiftungsrat dafür ausgesprochen, die Eigentumsflächen der Stiftung in der Lieberoser Heide in einen Nationalpark zu integrieren. „Unsere Vorstellungen von der Gestaltung der Flächen sind dem Nationalparkgedanken sehr nahe“, so Meckelmann. Durch den Nutzungsverzicht auf Flächen der Wüste und der Schießbahn und durch einen Forstumbau zu eigendynamischen Wäldern will die Stiftung einen Großteil der Kernbereiche eines Nationalparks bereitstellen.

Übereinstimmend mit dem Nationalparkprojekt sollen die schon vorhandenen rund 2000 Hektar Totalreservat und die kürzlich durch die Stiftung erworbenen 1000 Hektar wo es geht erlebbar gemacht werden.  Hierfür existiert bereits ein Wegekonzept, auf dessen Grundlage die Erholungsregionen Schwielochsee, Spreewald und Lieberose miteinander verbunden werden sollen. Weiterhin möchte die Stiftung durch die Anlage von Aussichtspunkten und Sichtachsen an sehenswerten Stellen Gästen ein Erlebnisangebot und der Region touristische  Impulse verschaffen.

 

12. 08.2005  Die Homepage des FNLH bekommt ein verbessertes Layout 

28.07.2005  Pressemitteilung des MLUV:

    Letzte Fundmunition in der Lieberoser Heide gesprengt

    Lieberose – Heute wurde auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide die letzte von 117 Bomben gesprengt. Seit Anfang des Monats hat die Firma Bohr- und Sprengtechnik Alexander im Auftrag des Agrar- und Umweltministeriums Brandenburg auf dem Gelände Munition geborgen, die dann durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes entsorgt wurden. Vorerst konnten mit der Aktion nur oberflächig liegende und erkennbare Bomben und sonstige Munition unschädlich gemacht werden.

    „Das ist zwar nur ein erster kleiner Schritt aber dennoch ein sehr wichtiger, denn jede Bombe, die entschärft wurde, verringert die Gefahr, dass Menschen auf diesen Flächen zu Schaden kommen“ betonte Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD). „Möglich wurde diese erste Maßnahme der Gefahrenabwehr durch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Umwelt- und dem Innenministerium des Landes Brandenburg, das auch die Arbeit der Firma Alexander überwachte. Unterstützt wurde die Firma durch Waldarbeiter der Landesforstverwaltung, die im vergangenen Jahr zu Räumstellenhilfskräften fortgebildet wurden.

    Durch den Abzug der sowjetischen Streitkräfte wurden den Brandenburgern einzigartige und großräumige Landschaften zurückgegeben. Doch die ehemaligen Truppenübungsplätze bieten nicht nur wichtige Rückzugsräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie bergen auch tödliche Hinterlassenschaften. Rund 100.000 Tonnen Munition sind es, deren Verbleib nach Abzug der Streitkräfte ungeklärt ist. Zu vermuten ist, dass ein Großteil dieser Munition und Munitionsreste einfach auf den Truppenübungsplätzen vergraben oder verkippt wurde.

    Der ehemalige Truppenübungsplatz umfasst rund 27.000 Hektar, davon
    500 Hektar „Wüste“. Die Kosten für die jetzt abgeschlossene oberflächige Beräumung in diesem Bereich werden etwa 35.000 Euro betragen. Hinzu kommen die Lohnkosten für 3 bis 5 Räumstellenhilfskräfte.

 

25. 07.2005  Der Berliner “Tagesspiegel” schreibt:

    Natur macht sich bezahlt

    Claus-Dieter Steyer

    Brandenburg ist mit Schätzen nicht eben reich gesegnet. Die Natur mit ihren Seen, den Wäldern und Heiden aber gehört dazu. Nicht zufällig hat sie gerade dort ihre Schönheiten bewahrt, wo im letzten halben Jahrhundert nicht viel geschah: An der Grenze zu Polen und auf den riesigen Truppenübungsplätzen von Russen und NVA. Damit diese Reize erhalten bleiben, hat der Landtag früh reagiert. Ein Drittel der Fläche steht heute unter Landschafts- und Naturschutz, wenn auch in unterschiedlichen Kategorien. Aber Schutz allein genügt heute nicht, man kann und muss in Brandenburg mit der Natur auch Geld verdienen.

    Der Dauerstreit im Nationalpark Unteres Odertal ist ein Paradebeispiel für ungenutzte Reserven. Mit Zug oder Auto brauchen Berliner maximal 90 Minuten, um eine faszinierende Natur zu erreichen. Doch statt die Touristen an den Bahnhöfen oder Parkplätzen mit Angeboten willkommen zu heißen und sie als Wirtschaftsfaktor zu begreifen, wird die Kraft in Kleinkriegen verschwendet.

    Nicht besser sieht es in Lieberose am Rande der Lausitz auf. Ein Nationalpark soll auf einem früheren Übungsgelände entstehen, fordern engagierte Einwohner und Unternehmer. Doch Jäger und Pilzsammler wittern auch hier Gefahr für ihr Hobby und ersticken jeden Vorstoß. So aber kann kein segensreicher Tourismus wachsen. Die Zeiten sind offenbar noch nicht ernst genug.

     

 


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